Mittwoch, April 12, 2006

Frohe Botschaft zum Osterfest: Der SWR hat Eier!

Von Claudio Casula

Na also – es geht doch! Nachdem die ARD im März die Ausstrahlung einer Fernsehdokumentation mit dem Titel „Terror gegen Christen. Bethlehems bedrohte Minderheit“ kurzfristig abgesetzt hatte, „um Informanten und Interviewpartner nicht zu gefährden“, will der Südwestrundfunk nun am 25. April ein „Südwest extra: Terror gegen Christen?“ zeigen.

Die durchaus entbehrliche Frageform wirft allerdings die Vermutung auf, dass hier äußerste Behutsamkeit die Mutter der Porzellankiste sein könnte. Außerdem rückt der Sendetermin mit 23.05 Uhr erschreckend stramm auf die Geisterstunde zu. Und neben Uri Schneider, dem Autor des o.g. Beitrags, und Ex-ARD-Nahostkorrespondent Jörg Armbruster kommt (you get it!) der unvermeidliche Michael Lüders über uns, der als „Kenner der Region“ angekündigt wird. Mal sehen, welche Erklärung ihm zur Christenverfolgung in arabischen Ländern einfallen wird.

Und das Erste legt nach: Am 31. Mai (noch später, nämlich um 23.15 Uhr, um den Ausschluss der Öffentlichkeit zu gewährleisten) nimmt sich eine ARD-Gemeinschaftsreportage mit dem Titel „Verfolgte Christen – Die bedrohte Religionsfreiheit“ (Federführung liegt beim SWR) des Themas an. Beteiligt seien „verschiedene Auslandskorrespondenten des Senderverbunds und Autoren“.
Immerhin heißt es in der Pressemitteilung des SWR: „Die Lage christlicher Minderheiten in islamischen Ländern ist schwierig, manchmal lebensbedrohlich. Auch in den palästinensischen Autonomiegebieten leben Christen, die sich verfolgt fühlen (sic!)“.

Gefühlte Verfolgung statt gefühlter Temperatur also. Na ja. Wir wollen nicht ungerecht sein. Warten wir ab, was das Erste aus dem Thema macht, vorausgesetzt, es ergreift nicht wieder das Hasenpanier. SWR-Fernsehdirektor Bernhard Nellessen jedenfalls betont tapfer, das Thema bleibe aus Sicht des SWR drängend: „Wir beugen uns bei unserer Berichterstattung keinem Druck von außen. Deswegen wird sich der SWR in zwei neuen Sendungen mit der gefährlichen Situation christlicher Minderheiten auseinandersetzen.“

Na, dann mal los. Nur Mut!

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