Mittwoch, April 26, 2006

Krieg oder nicht?

Von Fega Maldas

Als Ahmadidingens auf der Bildfläche erschien und ein paar Millionen Träumer aus ihrem seeligen Schlaf riss, wehte ein anderer Wind in der europäischen Zeitungslandschaft. Die verstörte Linke wusste nicht mehr genau was gut und böse ist, wozu der Wahlerfolg der Hamas ihr übriges tat. Es muß schmerzhaft sein, seine liebgewonnen Freunde haßerfüllt von Vernichtung reden zu hören. Natürlich ist man immer noch davon überzeugt, dass wir und vor allem die Amerikaner Schuld an der ganzen Misere seien, aber muß deshalb gleich von der Vernichtung Israels geredet werden?
Inzwischen haben sich viele wieder gesammelt (manche blieben tatsächlich ehrlich betroffen auf der Strecke) und ihr Weltbild wieder zurecht gebogen. Man beruhigt sich damit, dass Israel und die USA noch schlimmer seien, da sie schließlich den armen Menschen keine andere Möglichkeit ließen, außer zu HASSEN HASSEN HASSEN!!! Schließlich würden auch sie denjenigen hassen und wenn möglich vernichten, welcher einem anderen Friedensaktivisten etwas antun, oder Gandhi in einem Comic verunglimpfen würde. Hat nicht das große Vorbild Che Guevara genau so agiert? Wollte Fidel Castro nicht die Russen überzeugen, die Amerikaner von der Bildfläche zu sprengen?

Unter diesen Vorzeichen muß man die Diskussion sehen, welche derzeit darum tobt, ob die islamische Republik Iran notfalls mit Gewalt daran gehindert werden darf, falls sie wirklich dazu fähig sind, eine Atombombe zu bauen. Schließlich haben mit Israel und mit den USA zwei Mächte die Bombe, welche viel gefährlicher für den Weltfrieden seien, als die islamische Republik. Ahmadidengel möchte doch nur Israel vernichten und nicht uns (haha) und die Juden haben doch darin Erfahrung, das Opferlamm zu spielen. Wehe sie werden sich gegen diese offen ausgesprochene Drohung zur Wehr setzen!

Nun spriessen also all diese Schreiber und Politiker aus dem Boden, welche vor einem Krieg und deren Folgen warnen. Antikapitalisten warnen vor einem extrem hohen Ölpreis. Friedensaktivisten vor einem explodierenden Nahen Osten. Atomgegner machen sich für das Recht auf (friedliche) Nutzung der Atomkraft, durch die Ölgroßmacht Iran, stark.

Es ist immer schön, all die Argumente zu lesen, welche gegen einen Militärschlag sprechen und man ist gerne geneigt, ihnen zuzustimmen. Wenn, ja wenn ich in einem einzigen Beitrag eine vernünftige Alternative finden würde. Exil-Iraner schreiben davon, dass die islamische Republik davon abgehalten werden solle, an die Bombe zu gelangen, nicht jedoch mit militärischen Mitteln und natürlich auch nicht mit Sanktionen (diese fachen den Haß an!). Mit was denn dann? Mit Verhandlungen, so heisst es. Und wenn diese scheitern? Was macht die Polizei wenn der Verbrecher einfach nicht auf Verhandlungsangebote eingehen möchte? Dann bleibt ihr nichts anderes übrig, als Drohungen in die Tat umzusetzen. Aber was erzähle ich da? Wir wollen ja nicht einmal drohen, wir hoffen, dass jemand, der eine Nation vernichten möchte, auf gut zuhören reagiert. Hitler hätte sicher auch nie getan, was er in „Mein Kampf“ explizit angekündigt hat?

Keine Kommentare: