Donnerstag, Mai 18, 2006

Dan Brown kann es, Cannes nicht

Von Claudio Casula

Das war vorauszusehen: Die versammelte Kritikerzunft hat in Cannes die Verfilmung von Dan Browns "Der Da Vinci Code" mit einem langen Gähnen bedacht. Leute, die sich eher an Filmen delektieren, die außer ihnen keiner kuckt, können sich nun mal nicht unter ihrem Niveau amüsieren. Aber wahrscheinlich sind sie mächtig stolz darauf, dass sie einen Kaurismäki-Film bis zum Ende durchhalten.

Fragte man sich schon, was das ganze Gewese um den Inhalt soll, obwohl es sich hier um einen Thriller (!) handelt und außerdem eine mögliche Eheschließung Jesu mit Maria Magdalena genauso wenig beweisbar ist wie sein für die damalige Zeit recht unwahrscheinliches Junggesellentum, so scheint die Behauptung, der Film sei "langweilig", recht subjektiv zu sein. Dabei hält der Autor selbst die Verfilmung für sehr gelungen, und dass der Roman öde sei, kann ja wohl niemand ernsthaft behaupten. Vielleicht spricht aus dem vernichtenden Urteil der Kritiker ja auch eher der Frust, selbst nichts produziert zu haben, was Millionen Menschen für die Dauer einer Romanlektüre oder eben auch eines Hollywood-Films fesseln könnte.

Aber nicht alles, was den Massengeschmack trifft, muss deswegen auch bäh sein. Jetzt, da die Cineasten-Fraktion rummäkelt, freue ich mich besonders auf "Der Da Vinci Code". Ist bestimmt ein sehr unterhaltsamer Film.
Ab morgen auch in Ihrem Kino.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich muß Sie entäuschen. Der Film ist wirklich langweilig.

Claudio Casula hat gesagt…

Ich hab mal die unglaublich schlechte TV-Verfilmung von Andreas Eschbachs spannendem SF-Thriller "Das Jesus Video" gesehen. DIE war sturzlangweilig, weil noch dazu handwerklich schlecht gemacht. Das trau´ich Hollywood einfach nicht zu.

Woher kennen Sie ihn denn? Pressevorführung? ;o)

Anonym hat gesagt…

Umso lustiger ist der Wirbel der darum gemacht wird, auch von muslimischer Seite! ;)
Dabei bestreitet der Islam doch, dass Jesus überhaupt gestorben wäre.

Und alles steht schon literarisch verwurstet in Umberto Ecos "Pendel des Focaults".
Ich schau mir lieber nochmal "Das Leben des Brian" an.

LG Astuga!

o.h. hat gesagt…

öde öde öde

schon das Buch hat mich nicht von den Socken gehauen...