Dienstag, Mai 09, 2006

Liebesgrüße aus Teheran

Von Claudio Casula

Irans Präsident Achmachmirdendschihad hat einen 18-seitigen Brief nach Washington geschickt. Die Süddeutsche Zeitung nannte das gleich, ohne bis dato den Inhalt gekannt zu haben, "sensationell". Ich auch, denn ich hatte, zugegeben, dem Mann gar nicht zugetraut, lesen und schreiben zu können. Wobei – vielleicht war er ja auch nur der Diktator.


Der tut nichts – der will nur spielen



Laut SPIEGEL ONLINE rätselt der Irre von Teheran noch immer über die Gründung Israels nach und ob das denn nun unbedingt nötig war. Desgleichen ist ihm schleierhaft, warum der Westen die radikalislamische Hamas nicht als Partner anerkennt, denn die sei ja "von den Palästinensern gewählt". Im gleichen Schreiben erklärt er allerdings Liberalismus und Demokratie für gescheitert, ein gewagter logischer Stunt, den man ihm verzeiht, weil er gar nicht weiß, was Freiheit ist und, was die Demokratie betrifft, im Hinblick auf sein eigenes Land und die Palästinensischen Autonomiegebiete nicht ganz verkehrt liegt.

Leider liegt der Text derzeit nur in Auszügen vor. Vorausgesetzt, dass der Brief nicht von der Redaktion der Titanic stammt, würde man ihn in einer stillen Stunde gern vollständig lesen, bevor das kuriose Schreiben im Ordner "Sonstiges" abgelegt wird.

Bis dahin dürfen wir sicher sein, dass sich bei uns genügend Trottel finden werden, die in dem Brief ein subtiles Friedens- und Verständigungsangebot sehen wollen und es George W. Bush furchtbar übel nehmen, wenn er, statt mit großer Geste auf Achmachmirdendschihad zuzugehen, sich im Oval Office krumm und bucklig lacht.

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