Samstag, August 19, 2006

Danke, Libanon!

Wir verdanken dem Libanon so viel!

Hat man sich nicht im Libanon gescheiterter Pastorenkinder angenommen, damit sie wenigstens echte Terroristen werden? Wurden in der Bekaa-Ebene nicht nur die besten unserer RAF ausgebildet, die dann mit Bomben und Pistolen einen schmutzigen Krieg gegen Politiker, Militärs und Wirtschaftsvertreter führte? Wie langweilig wären die 70er und 80er Jahre doch ohne diesen Thrill gewesen, diese tollen Plakate mit "Vorsicht! Schusswaffengebrauch!" drunter. Es war eine tolle Zeit.

Danke, Libanon!

Aber nicht nur das! Unsere RAF hatte Freunde gewonnen in Libanon, echte Libanesen und Freunde der palästinensischen Terrorkumpels diverser Parteien und Gruppierungen. So wurde ein Flugzeug von uns entführt, dessen Pilot erschossen und ein Fluggast zu Tode geängstigt, weil er einen Montblanc-Füller hatte, Sie wissen schon, der mit dem Judenstern. Endlich konnte mal ein Deutscher lernen, wie es ist, Jude zu sein und wehrlos bewaffneten Antisemiten zu begegnen. Da lernt man mehr als in Schindler's Liste.

Danke, Libanon!

Nachdem Weder die UN, noch Israel bis in die 80er Jahre hinein Euer Land nicht befrieden konnte, habt ihr in Sabra und Shatila gleich zwei mal gezeigt, wie man das Palästinenserproblem "libanesisch" lösen würde. Seit dem haben wissen wir endlich, dass auch die Juden (obwohl sie weder die christliche Falangisten, noch die schiitische Amalmiliz stellen) auch nicht besser sein sollen als die Nazis.

Danke Libanon

Nun habt ihr seit einem Jahrzehnt es nicht geschafft, die Hisbollah zu entwaffnen, trotz UNO-Beschluss und israelischem Truppenabzug und vieler internationaler Beobachter. Das ist toll, denn nun können wir endlich auch mal im Nahen Osten einmarschieren. Unsere Bundeswehr sucht schon länger neuer Herausforderungen. Und so etwas, wie die Kameraden von unseren französischen und amerikanischen Freunden am 23. Oktober 1983 erlebten, kennen wir noch nicht. Das sind ganz neue Erfahrungsmöglichkeiten!

Danke Libanon!

Ach, überhaupt die 80er! Wir erinnern uns noch an den tollen Werbespruch der Bahn: vor 150 Jahren war Bahnfahren noch aufregend, jetzt ist es wieder so weit. Damit meinten sie ihren langweiligen ICE. Richtig prickelnd sind doch erst Bomben mit Gasflaschen und Brandbeschleunigern, wie sie so freundliche Gäste aus Libanon in unseren Regionalzügen deponierten. Endlich schluss mit dem langweiligen Dösen im Zugabteil!

Danke Libanon!

(Ja, dieser Text ist satirisch, und der Autor ist sich bewusst, dass die Libanesen selbst am meisten unter Terror, Gegenschlägen und Bürgerkrieg leiden. Ihnen gilt das volle Mitgefühl und kein hämischer Dank. Aber um so mehr ist es Libanon zu wünschen, endlich eine Regierung zu bekommen, die dem Terror und seinen Brutstätten in diesem schönen Land endlich den Garaus macht. Wenn dies gewünscht wird, helfen wir gerne. Aber wenn Siniora sagt: "Niemand wolle den arabischen Widerstand entwaffnen" dann ist man restlos bedient und sagt einfach nur:)

Danke Libanon

Heidelbaer

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ja, dieser Text ist satirisch - Mitleid des Authors inklusive!
Libanon könnte eine Regierung wie im Westen haben, nur die dummen Libanesen kapieren einfach nicht.
Busch zeigt's ihnen.
Toll!!!

Wolfram hat gesagt…

Dem Libanon verdankt man auch das hier:
"12. April 1984, Madrid : Ein Bombenanschlag zerstört ein Restaurant nahe einer amerikanischen Basis in Torrejon. 18 Menschen sterben, 83 werden verletzt. Die Hisbollah erklärt sich für verantwortlich."
Obwohl die "Freunde Israels" die ja wirklich nur das Beste für Israel wollen, könnten jetzt sagen, daran war die Unverhältnismäßigkeit von 82 schuld.

Gruß
Wolfram

Anonym hat gesagt…

wer sagt den das wir libanesen eine westliche regierung wolln???
Es wird immer nur berichtet WIE wir kämpfen, nicht warum...
Und was will Bush uns zeigen??? wie noch mehr menschen sterben? wie man das eigene land in höchstens 8 jahren in den bankrott ballert?
Danke Amerika (Das ist auch satirisch gemeint)