Dienstag, August 15, 2006

Westen - lockend süßes Gift

Die gewaltbereiten Islamisten und mit ihnen viele Muslime stören sich in erster Linie nicht an vermeintlicher und echter Diskriminierung, nicht an Afghanistan oder Irak, nicht an Israel oder dem sog. Krieg gegen den Terror.
Sie, bzw. ihre radikalen Vordenker seit Sayyd Qutb, und ihre fundamentalistischen Imame und Rechtsgelehrten fürchten und hassen den Westen weil unser Wertesystem und die mittlerweile globale Moderne ihre religiös fundierte Ideologie bedroht.
Ihre oft bedrängte heimische Intelligenz in Wissenschaft und Kunst ebenso wie ihre Migranten kommen in der Mehrzahl zu uns, sie gehen nicht etwa nach Russland oder China.
Sie kommen zu uns nach Europa und nach Nordamerika - ja, die Radikalen selbst haben bei uns mehr Freiheiten als zu Hause (f.e. Kohmeini in Paris) - noch.
So ergibt sich mitunter die paradoxe Situation, dass sich Flüchtlinge vor dem Islam und Islamisten die in ihrer Heimat strafrechtlich verfolgt werden bei uns begegnen.

Auch deshalb verachten sie uns, und deshalb stoßen sie sich nicht an Xinjiang, nicht an Tschetschenien, werfen Russland nicht beständig vor Afghanistan ins Chaos gestürzt zu haben und erregen sich nicht über Darfur mit mehr als 200 000 toten afrikanischen Muslimen.
Während in ihren Augen wiederum militärische Hilfe für Muslime am Balkan oder humanitäre Hilfe für Muslime weltweit dennoch dem degenerierten Westen nicht positiv angerechnet wird - ja, nicht für ihn sprechen darf.

Unsere Existenz als solche ist ihnen unerträglich, denn Alternativen zum islamischen Gesellschaftsmodell können nicht geduldet werden, selbst wenn dieses Modell nur als Ideal (ideal allerdings immer nur für Muslime) im Kopf der Muslime existiert, und auch historisch wirklich nur mal eben ansatzweise greifbar war.
Und deshalb gilt es Relativierungen von Terrorakten durch Schuldzuweisungen an den Westen entschlossen zurückzuweisen!
Wir sind keine Heiligen und unsere Lebensmodelle sind auch keine Paradiese, bloß gilt dies noch weniger für den Islam in Realität wie Utopie, im Gestern wie im Heute.

1 Kommentar:

Wolfgang hat gesagt…

Dies gefällt mir ganz gut, allerdings hätte der letzte Absatz doch den fundamentalen Unterschied selbst zwischen den zugegebenen mangelhaften Systemen (eben weil sie zu wenig westlich und aufgeklärt sind) und den islamischen Gesellschaften aufzeigen sollen. Wenn man sich die Geschichte der Menschheit ansieht und die heutige Realität in den vielen kollektivistischen Ländern, ist der Fortschritt, der sich in den westlichen Ländern manifestiert, doch ganz erstaunlich. Hier werden Menschen nicht einfach so zerquetscht, wie es früher (und eben in so vielen Ländern noch heute) traurige Realität war.