Mittwoch, September 13, 2006

10 Jahre MuslimischeJugendÖsterreich

Am 9. September fand in Wien die Zehnjahresfeier der MJÖ statt, als Gratulanten traten unter anderem Nationalratspräsident Khol wie auch Bundespräsident Fischer auf, letzterer mittels Video-Grußbotschaft.
Überschattet wurde die Feier durch das Auffinden eines verdächtigen Pakets, welches sich als Sprengsatz herausstellen könnte (!) - die Überreste werden nach der kontrollierten Sprengung einer Gaskartusche durch die Polizei noch ausgewertet.

Wie Doris Edelbacher vom Wiener Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung meinte, "Könnte die Aufschrift '4. Juli 1926, Weimar', die auf einen rechtsextremen Hintergrund deutet, auch 'bewusst falsch gelegt worden sein'."
Wie ich meine, haben einige vergleichbare Vorfälle der jüngsten Vergangenheit immer bemerkenswert wenig Schaden angerichtet.
Mutmaßungen meinerseits darüber sind jedenfalls genau das und nicht mehr, aber in einer Szene in welcher nicht erst seit 911, Madrid und London nun wirklich jeder Anschlag als durch Nichtmuslime gefakt betrachtet wird, würde mich ein anderer als ein rechtsextremer Hintergrund auch nicht wirklich überraschen.

Aber zurück zur MJÖ, ich nahm mir also die Zeit einen Bericht über das Jubiläum im Radio anzuhören - ich bekenne, ich bin bei derartigem nicht ganz ohne Vorbehalte - doch mein erster Eindruck war überraschend positiv, was sich allerdings schnell änderte, ein Stimmungsbild kurz zusammengefasst: Die Muslime sind die neuen Juden, die Muslime sind die eigentlichen Opfer, die USA unter Bush sind ein fanatisiertes Land, die Berichterstattung der Medien trägt Schuld am schlechten Bild der Muslime.
Die übliche Suada eben, und nun wirklich genau das was ich eigentlich schon von Beginn an erwartet hatte.

Ich machte mir daraufhin die Mühe die Webseite der MJÖ zu besuchen, und auch dort fand ich nichts Neues, u.a.: Tariq Ramadan ist Leitfigur und Hero (bei dem Herrn bekomme ich immer die Krätze); die Gewalt wird verurteilt, aber natürlich hat Dänemark gezielt mit den Muhammed-Karikaturen im Namen der "vermeintlichen Pressefreiheit" einen "jämmerlichen Akt" gesetzt und damit provoziert (noch jemand un-provokante Karikaturen aus dem islamischen Raum gefällig?).

Zum Selbstbild der Gruppe: "Fern ab von religiösem Extremismus (Anm.: Dieser muss ja nicht zwingend gewalttätig sein, es reicht wenn er sich im Kopf abspielt) auf der einen und einer völligen Auflösung der eigenen Identität auf der anderen Seite wollen wir eine österreichisch-islamische Identität kreieren."

Nein, bitte nicht, muss ich dazu sagen!
Ich etwa bin Atheist und Österreicher, aber sicher nicht Träger einer kreierten atheistisch-österreichischen Identität. Denn meine Identität als Österreicher hat damit nichts zu tun, einfach weil Österreicher zu sein für mich keine Frage der Religions- oder Nichtreligionszugehörigkeit ist, und genau aus diesem Grund gibt es bei uns auch keine einzelne Staatsreligion und sog. negative Religionsfreiheit.
Achja, und der Buddhismus zählt i.ü. auch zu den staatlicherseits anerkannten Religionsgemeinschaften in Österreich, nicht nur die sog. Buchreligionen - bitte das nachzutragen!

D`Ehre und Baba!

Nachtrag: Es gibt natürlich auch noch andere (http://www.ijoe.at/deutsch.htm), und mittlerweile wird auch in deren Richtung ermittelt.

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