Montag, September 18, 2006

Ausbeutung oder Embargo?

Wie hätten wir es denn gerne?

Vor Castro und seinem Handelsminister Che Guevara war Kuba pro Kopf eines der reichsten Länder Lateinamerikas, reicher sogar als Österreich oder Japan! Man sollte meinen, dass diese Tatsache es verdiente, in allen Zeitungsartikeln über die Meriten Castros erwähnt zu werden. Fehlanzeige! Wen interessiert dieses kleine Detail denn schon, wenn es um Ideologie und Rechthaben geht? Da wird lieber mit irgendwelchen imaginären sozialen und medizinischen Errungenschaften des Regimes hausiert. Ist die medizinische Versorgung Kubas besser als die Japans oder Österreichs? Wers glaubt wird selig. Schöner Fortschritt.
Ja aber: ist daran nicht das Embargo des bösen Klassenfeindes schuld? Gemeinhin wird die Weigerung der USA, mit der kubanischen Diktatur Handel zu treiben, pompös "Embargo" genannt. Man sollte ja meinen, dass jeder kapitalistische Handelsboykott mehr als wett gemacht worden wäre durch die gigantische Wirtschaftshilfe der Sovjetunion. Übergehen wir dieses unwesentliche Detail und fragen die unschuldige Frage:
Gibt es das Recht des Handels mit dem Klassenfeind? Und wenn der Klassenfeind nicht handeln will, darf man das dann Embargo schimpfen?
Nanu! Ich dachte, Handelsbeziehungen mit den USA beruhten auf Ausbeutung und Ausplünderung des Handelspartners? Selbst der Dümmste (aber nicht der Indoktrinierteste) wird folgendes zugeben: eine Handelsbeziehung mit den USA kann nur dann ausbeuterisch genannt werden, wenn der Partner Schaden leidet. Wer das Ende des sogenannten Embargos, also den Anfang einer Handelsbeziehung fordert, fordert doch, ausgebeutet zu werden. Nieder mit dem Embargo? Ja gibt es das Recht darauf ausgebeutet zu werden?

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Nimms mir nicht übel Fega!
Aber wenn, dann sollte man Kuba mit lateinamerikanischen Nationen vergleichen, und Batista war natürlich kein Guter.
Was allerdings nichts daran ändert, dass die Castro-Clique ebenfalls weggehört.

Greetz!