Freitag, Dezember 08, 2006

Baker-Hamilton-Kommission

Alle 79 Punkte des Reports durchzunehmen würde den Rahmen dieses Blogs sprengen, aber es lohnt sich, die wenigen in den Medien genannten Punkte anzusprechen.
Etwa die Einbeziehung des Iran und Syriens, um die Lage im Irak zu stabilisieren.

Dieses Ansinnen belegt eigentlich, dass diese beiden Länder bisher wohl einiges dazu beigetragen haben die Lage zu verschlimmern - neben den Fehlern die sich die USA und Großbritannien geleistet haben.
Die irakische Politik und die Sicherheitskräfte stärker in die Pflicht zu nehmen ist an sich ein guter Vorschlag.
Allein, wie bei den meisten derartiger "guten Ratschläge" ist die Frage der Umsetzung der Knackpunkt, nicht jener der Zielsetzung, denn so klug war man auch schon bisher gewesen
Unterm Strich bleibt von dem Report der Kommission vielleicht folgendes: Irgendwie ist alles mit allem verbunden, und wenn alle Beteiligten auch irgendwie ihren Willen bekommen, ist Ruhe in der Kiste.

Weshalb allerdings Syrien - das munter die Hisbollah aufrüstet, eine gewählte Regierung stürzen möchte und dabei nichtmal vor Morden an libanesischen Politikern zurückschreckt - durch gutes Zureden und einer eventuellen Rückgabe des Golan, darauf verzichten sollte, den Libanon als Protekrorat oder abhängiges Staatsgebilde zu betrachten, wird nicht beantwortet.

Auch was Israel mit dem Streben des Iran nach regionaler Dominanz (inklusive Atomwaffen) über die sunnitischen Araber, sowie der Kontrolle des persischen Golfs, zu tun hat wird nicht beantwortet.
Ebenfalls nicht beantwortet wird, weshalb der Iran Interesse daran haben sollte, dass sich Shiiten und Sunniten im Irak aussöhnen - eher das Gegenteil bringt ihnen doch Vorteile.
Es bleibt also ein schaler Nachgeschmack, denn offenbar mangelte es nicht nur den meisten Neocons an Durchblick in der Region, sondern auch James Baker, und der Mann war immerhin mal Außenminister, auch dass jemand wie Lawrence Eagleburger Kommissionsmitglied ist stimmt auch nicht gerade zuversichtlich, der Mann machte bereits am Balkan eine traurige Figur.

Hoffen wir also auf Gates!

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