Mittwoch, November 05, 2014

Der Hund meiner Nichte.

Meine Nichte hat einen Hund.
Sie liebt ihn über alles.
 Es gibt nur eins, was sie fast,
aber nur fast so doll liebhat.
Schalke04.

Hundeliebe ist etwas spezielles,
die Liebe zu Schalke sowieso.
Und wenn beides zusammenkommt,
wird es sehr speziell: Der Hund heißt
Asamoah.

Daran sieht man zunächst mal,
dass das Tier schon ziemlich betagt ist.
Und man sieht, wie groß Liebe sein kann.
Aber eins kann man nicht daran sehen:
Dass meine Nichte Rassistin wäre.

Klar: Man kann mit Hundenamen
auch Hass ausdrücken.
Freunde aus dem Wendland
nannten ihren Hund Castor.
Sie liebten ihn trotzdem.

Nun echauffiert sich Herr Erdogan,
man habe ihn in einer Karikatur
als Hund dargestellt.
In einem Schulbuch.
Welch eine Beleidigung.

Es folgt eine diplomatische Krise.
Der Botschafter wird einbestellt.
Die Zeitungen erhitzen sich.
Wieder geht es um die Ehre,
die Ehre des türkischen,
des muslimischen Mannes.

Auf deutscher Seite: Gegenreaktionen
Die Banner der Freiheit werden gehisst.
Nichteinmischung gefordert
Die Humorfrage gestellt.
Und Verbindungen hergestellt.
Nuhr, Westergaard, Carell.

Aber Menschen als Tiere darzustellen,
das ist kein guter Stil.
Und für Muslime "unreine" Tiere zu zeichnen,
ficht sie in besonderer Weise an.
Ein bisschen Verständnis darf man haben,
auch wenn türkische Karikatur selber
auch nicht gerade zimperlich ist.

Doch jetzt kommt eine Klarstellung:
Erdogan wurde gar nicht als Hund dargestellt.
Das einzige, was dargestellt wurde,
ist ein Almwirt, der seinen Hund "Erdogan" getauft hat.
Das kann sein, weil er den Premier,
sorry, jetzt ja Präsidenten,
seiner alten Heimat hasst.

Oder er liebt ihn.
Wie meine Nichte ihren Asamoah
und Schalke04.

Heidelbaer



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